Amerikanisches Miniaturpferd


Willkommen in der Welt der kleinen Pferde

Ein Größenvergleich: Miniaturpferdestute

Scott Creek Monarch Melody

und
Bayerisches Warmblut

Piaff

Ein Araber in Miniatur ...

ein echter Araber in Miniatur:

Vermilyea Farms Love Song

eine Zuchtstute der

Miniaturpferdezucht Steinbrecher
 


Die Rasse Amerikanisches Miniaturpferd stammt – wie der Name schon sagt - aus den USA. Seine Wurzeln allerdings hat sie im Europa des 17. Jahrhunderts: Quellen belegen, dass die kleinen, aber eleganten Pferdchen an den Königshöfen als Spielgefährten für die Königskinder gehalten und gezüchtet wurden. Allerdings wurden sie hier durch die Kriege und Umwälzungen der Gesellschaftsstruktur an den Rand des Aussterbens gebracht, einige wenige Exemplare konnten nach Übersee gerettet werden. Die Amerikaner züchteten die damals so genannten Zwergponies systematisch weiter.

Das AMHR (American Miniature Horse Registry) wurde schließlich als erstes Register für Miniaturpferde als Unterorganisation des amerikanischen Shetlandponyregisters ASCP (American Shetland Pony Club) 1971 ins Leben gerufen. Das erste AMHR-registrierte Miniaturpferd war Moody’s Mini Pony Tony, in der ersten Ausgabe des Zuchtbuches waren insgesamt 209 Pferde eingetragen. Das AMHR hat bis heute Bestand und registriert Pferde mit einem Stockmaß von 86 cm und kleiner in der A-Kategorie und bis zu 96 cm in der B-Kategorie.

Die AMHA (American Miniature Horse Association) wurde von Leon Blair, Michele Jones, Charles F. Palmer und B.V. Thompson jr. offiziell am 28. Juli 1978 in Texas als Gegenorganisation zur AMHR gegründet. Die Gründe hierfür liegen nahe: Die Aufnahmebedingungen für Ponys oder Miniaturpferde in die AMHR waren und sind ausgesprochen lasch, jedes Shetlandpony, das zufällig kleiner als 97 cm geblieben war, konnte sich gleichzeitig auch Miniaturpferd nennen. Das rührte v.a. daher, dass ja die AMHR lediglich eine Unterorganisation der ASCP war. Die Miniaturpferdezüchter fühlten sich von ihrer eigenen Organisation nicht ernst genommen, da diese sich kaum um ihre Belange kümmerte und das AMHR hauptsächlich als lukrative Einnahmequelle.

Dies wurde mit der AMHA deutlich anders, die es schaffte, innerhalb weniger Jahrzehnte das Amerikanische Miniaturpferd weltweit bekannt zu machen und mit strikten Aufnahmebedingungen und Zuchtvorgaben einen qualitativ hochwertigen Zuchtbestand zu erhalten und zu sichern.
Das erste eingetragene Amerikanische Miniaturpferd der AMHA war der Schimmelhengst Shadow Oaks Paul Bunyan.

Heutzutage ist es generell nicht mehr möglich ein Pferd in die AMHA aufnehmen zu lassen, wenn nicht auch beide Elternteile registriert sind. Um Missbrauch des Registers auszuschließen, wird in den meisten Fällen auch ein DNA- oder Bluttest durchgeführt. Die AMHA registriert zudem nur Miniaturpferde, die bei Vollendung des fünften Lebensjahres unter der Höchstmarke von 86 cm geblieben sind. Bis zu ihrem fünften Geburtstag erhalten die Pferdchen daher nur vorläufige Papiere. Sollte ein Pferd irgendwann im Laufe seines Lebens größer als 86 cm werden, verlieren die Papiere per definitionem (selbst wenn das Pferd schon dauerhaft eingetragen sein sollte) sofort ihre Gültigkeit.

Der größte Unterschied zwischen AMHA und AMHR ist auch heute noch, dass das AMHR lediglich ein Pferderegister ist, in dem man im Grunde genommen jedes Pferd eintragen lassen kann. Die AMHA hingegen ist ein Zuchtverband, der nur die besten Pferde registriert haben will, um einen qualitativ hohen Standard der Rasse zu erreichen und zu sichern. Deshalb werden auch in Deutschland nur Miniaturpferde mit AMHA Papieren akzeptiert.

Bozemans Q Tons Grey Girl

trabt sich bei

"Pferde der Welt"

in die Herzen
der Richter

Der immer wieder erneuerte und angepasste Rassestandard der AMHA ist vergleichsweise streng und bestimmt. Amerikanische Miniaturpferde sind im Grunde genommen mit Shetlandponys oder Falabellas kaum vergleichbar, denn das Miniaturpferd soll zwar primär klein sein, jedoch nicht auf Kosten der Proportionen, dabei sind folgende Punkte besonders wichtig: Der Kopf muss in Verhältnis zu den Maßen des Halses und des Körpers stehen. Dabei wird eine breite Stirn mit großen, ausdrucksvollen Augen und ein vergleichsweise kleiner Abstand zwischen Augen und Maul verlangt. Im Profil soll der Kopf gerade oder leicht konkav sein, mit großen Nüstern und einem feinen Maul. Der Körper soll schmal und schlank sein, jedoch gut bemuskelt, proportioniert und ausbalanciert. Dazu gehört u.a. ein kurzer Rücken, eine gerade Rückenlinie und eine tiefe Gurtlage. Und auch das Gangwerk darf bei diesen Pferden, und seinen sie noch so klein, nicht vernachlässigt werden: Das Miniaturpferd soll eine frei schwingende, elastische, engagierte, taktmäßige und kadenzierte Bewegung zeigen.

Farblich ist erlaubt, was gefällt:
ein weiterer gekörter Hengst der
Miniaturpferdezucht Steinbrecher mit Namen

LM Hawks Stand Out Loud

Für die Farben gilt, dass jegliche Farbe oder Zeichnung und jede Augenfarbe gleich anzuerkennen ist.
Zusammenfassend kann man also sagen, dass die AMHA gerne einen richtigen Araber in Miniatur sieht, der aber auch gerne ziemlich bunt sein darf.

Die AMHA hat sich in den 25 Jahren ihres Bestehens voll etabliert und zählt mit inzwischen 12.000 Mitgliedern in der ganzen Welt und knapp 150.000 registrierten Miniaturpferden zu einem der größten Pferdezuchtverbände der Welt.

Was macht man mit einem Miniaturpferd?

Wegen ihres liebenswerten und Menschenbezogenen Charakters und ihrer geringen Größe sind Miniaturpferde die optimalen Familienpferde. Besonders niedlich sind natürlich die Fohlen, die bei der Geburt nur etwa 50 cm groß sind. Manch ein Miniaturpferdebesitzer konnte der Versuchung nicht widerstehen, so ein kleines Fohlen auf den Arm zu nehmen wie ein Baby und es in den Schlaf zu schaukeln.

die Fohlen sind so winzig, dass man sie sogar auf den Arm nehmen kann:
Cornelia Steinbrecher mit

CS Royal Toros Chocolate

Viele Pferdeliebhaber, die auch Großpferde besitzen, wollen, dass ihre Kinder auch die Liebe zu diesen wunderbaren Tieren entdecken können und dass sie lernen, Pferde zu pflegen und zu reiten – und kaufen ihnen deshalb ein Miniaturpferd, lange, bevor die Kleinen in der Lage wären, selbst mit dem bravsten und geduldigsten Großpferd umgehen zu können.
Nicht wenige Miniaturpferde sind zudem sehr talentierte Fahrpferde und können mit Leichtigkeit einen Gig oder leichten Zweiachser mit bis zu zwei Personen und sogar mehr ziehen. Dabei können sie besonders gut ihren Arbeitseifer beweisen und ihr z.T. bemerkenswertes Gangwerk zeigen, auf das viele Züchter besonders achten.

Für ältere Menschen ist das Miniaturpferd ein wunderbarer Ersatz für ein Großpferd, dem sie sich möglicherweise physisch nicht mehr gewachsen fühlen.
Auch als Therapiepferde konnten Minipferde erstaunliche Erfolge erzielen, was auf ihre ausgesprochene Menschenbezogenheit zurückzuführen ist.

In Regionen, wo das Miniaturpferd als Rasse schon etwas etablierter ist, werden auch große Turniere angeboten, bei denen sich die Pferde nicht nur anhand der Kriterien des Rassestandards an einander messen, sondern auch in unterschiedlichen Spring- und Fahrprüfungen.

Auf Miniaturpferdeschauen werden die Pferdchen so vorgestellt:
US Reserve National Champion Stute

Lucky Four Rebels Living Doll

Zurück in die Heimat ...

Amerikanische Miniaturpferde wurden zum ersten Mal 1976 aus den USA nach Europa importiert. Es handelte sich dabei um zwei Hengste, die damals die Attraktion schlechthin auf der Equitana in Essen waren. Sie wurden anschließend verkauft und auch zur Zucht eingesetzt, allerdings konnten diese Zwei noch nicht als Amerikanische Miniaturpferde, sondern nur als Minishetland eingetragen werden, da zu der Zeit in Deutschland kein entsprechendes Register vorhanden war.

Obwohl in Frankreich, Belgien, Dänemark, Holland und Großbritannien schon seit mehreren Jahren gezüchtet wird, konnte die Rasse in Deutschland erst vor kurzem endgültig Fuß fassen.

Offiziell gibt es in Deutschland die Rasse Amerikanisches Miniaturpferd seit dem Jahre 2003 – dem Jahr nämlich, in dem der Bayerische Zuchtverband für Spezialpferderassen e.V. die Stuten der Miniaturpferdezucht Steinbrecher in das Stutbuch aufnahm und wenig später auch den Zuchthengst der Steinbrechers A F Ivy Toro – als ersten Hengst der Rasse Amerikanisches Miniaturpferd im deutschsprachigen Raum – körte und in das Hengstbuch I des Verbandes eintrug.

der erste gekörte
Miniaturpferdehengst im deutschsprachigen Raum:


Steinbrechers A F Ivy Toro

Und das ist wohl erst der Anfang des Siegeszuges der Amerikanischen Miniaturpferde in Deutschland, wie wir ihn bereits in vielen Ländern dieser Welt – USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Belgien, Holland, Dänemark, Frankreich usw. – mitverfolgen konnten.

Beitrag verfasst von
Julia Bauer und Cornelia Steinbrecher (AMHA - lizenzierte internationale Miniaturpferderichterin)

Ich bedanke mich ganz Herzlich für diesen Information und Bilder

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